Wolfgang Blanke2019-05-25T15:40:30+00:00
Angie Horlemann

„Jedenfalls habe ich mir vorgenommen Bilder zu malen, die sich ständig wandeln, die immer neue Entdeckungen ermöglichen.“

Wolfgang BlankeMalerei
Lebenslauf
geboren in Münster / Westfalen
1966 – 71 mit Unterbrechungen bereiste er als Seemann bei Hapag-Lloyd alle Kontinente Akademie der bildenden Künste Karlsruhe bei P. Burger
1972 – 75 Fachbereich für Kunst- und Werkerziehung, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Mainz
seit 1976 Kunsterzieher an Gymnasien in Kaiserslautern und Germersheim Galerie und Atelier „La Pastourelle“
seit 1989 Aufgabe der Lehrtätigkeit, Arbeit auf Kreuzfahrten
1990 – 91 Leben auf der Segelyacht „Sakura“ im Mittelmeer von Myra bis Mulhouse
seit 1992 Ausschließlich Maler

Publikationen:

„Wolfgang Blanke – Malerei“ (K+K Verlag)
„Aussteigen – oder von der Philosophie des Fahrtensegelns“ (Delius-Klasing Verlag)
2001 „Malerei mit Pigmenten und variablen Bindemitteln“ (Augustus Verlag)

Entwicklung:

In meiner Jugend war ich natürlich begeistert von den Malern die fotografisch exakt, also naturalistisch malen konnten, vor allem wenn es surreale Traumwelten waren. „Es sieht aus wie echt, ist aber nur (leider) gemalt“. Das war shocking, das war cool. Dann, die Jahre gingen dahin, man wandelt sich, die Bilder blieben gleich, sie wurden unendlich langweilig und waren zudem noch behaftet vom Muff ehemaliger Jugendtage. Ich habe Michelangelo und das kunsthistorische Rätsel kennen gelernt, ob
seine Zeichnungen und „unfertigen“ Plastiken wirklich so unfertig waren? Hat Michelangelo etwa schon den Reiz der Ergänzungstätigkeit des Betrachters gekannt und bewusst ausgenutzt?
Die Rezipienten damals waren noch nicht so weit, also hat er es für sich selbst so gelassen, es nicht zur Fertigkeit zerstört. Heute sind wir Kunstbetrachter einiges gewöhnt; es soll ehrenwerte Geschäftsleute geben, die sich „Abstrakte“ ins Büro hängen, das schick finden oder progressiv und damit eine gewisse zukunftsgerichtete Firmenpolitik signalisieren.
Jedenfalls habe ich mir vorgenommen Bilder zu malen, die sich ständig wandeln, die immer neue Entdeckungen ermöglichen – dabei soll das Figürliche als Einstieg oder Aufhänger durchaus angedeutet bleiben. Ein starres Bild ist kein Film, also muss ich mit der Wahrnehmung des Betrachters arbeiten: ein möglichst weites Spektrum an Assoziationen ansprechen (alltägliche Motive), Spiel mit dem Figur-Grund-Verhältnis (das wechselt, oszilliert sozusagen), lockere Pinselführung und Sichtbarmachung des malerischen Prozesses durch Lasuren. Daraus ergibt sich eine sensible Übereinstimmung von Material, Werkzeug und Verfahren. Es ist deshalb selbstverständlich, dass ich keine industriell hergestellten fertigen Farben verwenden kann. Aus Rohstoffen wie Gummi Arabicum, Hasenleim, Kasein, Öl, Harz, Wachs und Pigmenten bereite ich meine eigenen für die jeweilige Intention geeigneten Malstoffe. Es kommt aber auch vor, das diese seltsamen Stoffe mich in neue malerische Welten entführen.